Simply Rational wünscht frohe Weihnachten!

Die ökonomische Sicht

Die Hauptannahme des folgenden Artikels ist, dass Bargeld das effizienteste Geschenk ist, weil wir das Geld für etwas einsetzen können, das unseren Nutzen maximiert und uns am glücklichsten macht.
Damit ein Geschenk im Wert von 20€ effizient ist, muss es dasselbe Geschenk sein, das der Empfänger mit den 20€ gekauft hätte. Wenn das Geschenk nicht effizient ist, ist der Wert- oder Nutzenunterschied zwischen dem Bargeld und dem Geschenk der so genannte Deadweight Loss.

Mit Hilfe der Wirtschaftstheorie kommt Waldfogel zu dem Schluss, dass zwischen einem Zehntel und einem Drittel des Wertes von Weihnachtsgeschenken durch das Schenken vernichtet wird. Er schätzt, dass der Deadweight Loss von Weihnachtsgeschenken im Jahr 1992 zwischen 4 und 13 Milliarden Dollar betrug.

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Die anthropologische Sicht

Als eine der ältesten Formen sozialer Handlungen, die Menschen miteinander verbinden, und als eindrucksvolles Beispiel für die Universalität und Vielfalt der Menschheit steht der Geschenkaustausch seit langem im Mittelpunkt anthropologischer Untersuchungen. Das Schenken ist einer der Prozesse, die eine Gesellschaft vereint und zusammenhält.

Der folgende Beitrag beginnt mit der Unterscheidung zwischen individuellen und kollektiven Geschenken, die einige kulturübergreifende Missverständnisse erklärt, und geht dann auf die beiden grundlegenden theoretischen Modelle zum Motor des Schenkens ein – den Geist der Gabe und das Prinzip der Gegenseitigkeit. Die Anthropologie des Geschenks zeigt auf, dass die sehr unterschiedlichen Muster des Geschenkaustauschs aus der unterschiedlichen Wahrnehmung des Verhältnisses zwischen kulturell konstruierten Vorstellungen von Persönlichkeit und materiellen Objekten in einem größeren sozialen Umfeld resultieren, und entschlüsselt die Nuancen des sozialen Lebens, indem sie die Muster des Geschenkverhaltens in der ganzen Welt untersucht.

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Die Sicht eines „normalen Menschen“

Wer auf seinen Bauch hört, nutzt in Wahrheit sein Gedächtnis. Er greift auf Erfahrungen zurück, die er bereits gemacht hat, nutzt Faustregeln und sogenannte soziale Heuristiken, also sein Gespür, auf welche Urteile er sich verlassen, wen er um Rat fragen kann. Wenn man in einer Entscheidungssituation ein schlechtes Bauchgefühl hat, dann weil Intuition stark mit Emotionen zusammenhängt, welche wiederum Warnsignale sind, die mit körperlichen Veränderungen einhergehen.

Eine amerikanische Studie hat gezeigt, dass sogenannte Maximierer, die im Alltag – zum Beispiel beim Einkaufen oder der Auswahl des TV-Kanals – immer Vor- und Nachteile abwägen würden, um die bestmögliche Wahl zu treffen, am Ende unzufriedener waren als sogenannte Satisficer, die sich rasch mit der ersten ausreichend guten Alternative begnügten: „Laut der Studie zeigten die Satisficer größeren Optimismus, höhere Selbstachtung und Lebenszufriedenheit, während Maximierer bei Depressionen, Perfektionismus, Reue und Selbstvorwürfen vorne lagen.“

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Fast and frugal trees (FTTs)

So genannte Fast and Frugal Trees (FTTs) können in vielen Entscheidungskontexten eine große Hilfe sein. Nicht nur kann man schnell mit ihnen Entscheidungen treffen, potentiell sogar schon nach der ersten Frage, sie haben sich auch als gute und robuste Entscheidungsprozesse für eine unsichere Welt entpuppt (folgende Paper hier zitieren: Bank of England-Paper und Augmented Intelligence in Healthcare).
Die folgende Studie stellt einen methodischen Rahmen für die Konstruktion und Bewertung dieser Entscheidungsbäume vor. Es werden Konzepte und Rahmenbedingungen, sowie eine Beispielanwendung (Bedrohungsanalyse an militärischen Kontrollpunkten) vorgestellt. Es werden außerdem Möglichkeiten zum Umgang mit fehlenden oder unvollständigen Daten erörtert und es wird gezeigt, dass die Leistung von Entscheidungshilfen überschätzt werden kann, wenn die Wirksamkeit von Maßnahmen nicht beachtet wird.

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